Spanien: Staatsanwaltschaft fordert 25 Jahre Haft für Rodrigo Lanza

Von der Soligruppe für Gefangene übersetzt und ergänzt

„Ich weiß dass wir mehr Lärm als sie machen werden, dass unsere Bänder und Solidarität weiter als ihre Mauern und Medien gehen. Ich glaube jetzt mehr als denn je an die legitime Selbstverteidigung, an den Antifaschismus, an meine Brüder und Schwestern auf den Straßen, an unsere Kämpfe, an meine Familie, an meine Prinzipien.“ -Rodrigo LanzaIm Dezember 2018 forderte die Staatsanwaltschaft und die Kläger eine Haftstrafe von 25 Jahre gegen Rodrigo Lanza, der beschuldigt wird vor einem Jahr einen Nazi ermordet zu haben, nachdem sich Rodrigo gegen einen Angriff von diesem verteidigte.

Der Wixer Victor Laínez hatte versucht Rodrigo und einige seiner Freund*innen mit einem Messer zu verletzten. Während der Auseinandersetzung starb der Nazi in einer Kneipe in Zaragoza.

Wir erinnern daran das Rodrigo im Jahr 2006 im Rahmen des Falles „4-F“ eingesperrt wurde, weil er beschuldigt wurde einen Bullen dermaßen verletzt zu haben, dass dieser zu Folge Querschnittgelähmt war. Dies geschah im Rahmen einer Party in einem besetzten Haus in Barcelona. Aufgrund dieser, rückten die Bullen an und versuchten das Haus zu räumen. Infolge dessen kam es zu einer Auseinandersetzung, bei der, der besagte Bulle verletzt wurde, bei der mehrere Person festgenommen wurden und einige verletzt wurden. Rodrigo wurde beschuldigt den Stein geworfen zu haben der damals den Bullen am Kopf getroffen haben soll. Obwohl lange die Version angefochten wurde, es hätte sich um einen Blumentopf gehandelt der aus einem Balkon oder aus dem Dach geworfen wurde. Sogar der damalige Bürgermeister von Barcelona, Joan Clos, vertrat dies. Wie standen dann aber die Festnahmen auf der Straße im Zusammenhang mit einem verletzten Bullen, der mit einem Blumentopf aus dem Dach getroffen wurde. Daher war es so wichtig die Tatsache zu verändern und nun wurde der Bulle doch von einem Stein auf der Straße getroffen. Die Bullen selber haben nach der Veränderung dieser Version verteidigt, der Stein wäre von den Menschen auf der Straße gekommen. Nur deswegen konnten 9 Personen verurteilt werden, von denen 4 vor kurzem in den Knast eingesperrt wurden.

Der ganze Fall war voll Unregelmäßigkeiten, Beweisfälschungen, die Folter der Beschuldigten in den Bullenwachen und ein langes etc. Eine der größten Tragödien war auch als eine der Beschuldigten, sich während eines Freiganges am 26.April 2011, sich das Leben nahm. Die Dokumentation Ciutat Morta (auf Katalan, Tote Stadt), erklärt den ganzen Fall tiefgründiger.
Zurück zu Rodrigo, dieser wurde im Jahr 2013 aus der Haft entlassen.

Wie leider bis jetzt im deutschsprachigem Raum, aber auch im spanischen Staat, sehr kläglich darüber berichtet werden durfte, weil der Unterstützer*innen Kreis von Rodrigo der Meinung war, man solle den Ball flach halten, denn das Risiko würde bestehen dass es durch seine anarchistische Gesinnung und seine Zugehörigkeit zu der anarchistischen Bewegung, die Haftstrafe höher werden könnte, muss der ganze Vorfall erklärt werden.

Vor über einem Jahr, also im Dezember 2017, wurde Rodrigo verhaftet und beschuldigt den ehemaligen Legionären und Faschisten, namens Víctor Laínez, während einer Schlägerei in einer Kneipe in Zaragoza ermordet zu haben. Die Massenmedien und alle Berichterstattungen, außer die wenigen von Rodrigo und einigen Gefährt*innen, ließen die faschistische Gesinnung von Laínez beiseite, sowie dass dieser selber als erster versucht hatte Rodrigo aufgrund seines Aussehens, seiner Ideen und seines lateinamerikanischen Ursprungs mit einem Messen angriff. Das Tatmotiv wurde umformuliert und war nun das tragen von Hosenträger mit den Farben der spanischen Fahne die Laínez trug. Also hatte Rodrigo den Faschisten deswegen angegriffen und nicht andersherum.

Diese Hosenträger, sind nun auch verschwunden und die Zeugen erinnern sich auch nicht mehr daran. Diese Geschichte ist ähnlich mit der von Lucía García de la Calzada, eine berühmte Faschistin aus Murcia, die bekannt für den Spitznamen die Unantastbare (jetzt nicht mehr) ist. Sie erlitt etwas von ihrer eigenen Medizin und wurde zusammengeschlagen. Die Massenmedien ließen wieder mal am Anfang aus, dass sie verantwortlich für mehrere rassistische und homophobe Übergriffe war. Anstatt dessen, wurde nur gesagt dass sie angegriffen wurde, weil sie einen Armband mit den Farben der spanischen Fahne trug.

Dass die Medien, die Bullen und die Richter*innen die Soldat*innen des Faschismus verteidigen, die das Kapital aufstellt wenn seine Herrschaft/Struktur Schwierigkeiten hat um aufrecht zu bleiben, ist nichts neues und ist von daher auch nicht überraschend. Dank der Gefährt*innen von Publicación Refractario, haben wir erfahren können dass die Staatsanwaltschaft 25 Jahre für Rodrigo verlangt, der seit seiner Verhaftung in U-Haft ist.

Ob Rodrigo „schuldig“ oder „unschuldig“ ist spielt keine rolle. Von hier aus wollen wir Rodrigo unsere Solidarität und Neigung zeigen, sowie ihm Kraft und Unterstützung zu schicken damit er diese schwierige und harte repressive Situation in der er sich befindet meistern kann. Denn der Faschismus wächst wenn dieser nicht bekämpft wird und die Gewalt dagegen ist immer gerechtfertigt.

Victor Laínez, fick dich!

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