Interview über Klandestinität

Vor einigen Tagen erhielten wir ein Interview von Lisa, was sie mit einer Gefangenen der Organisation ETA in einem Knast in Madrid über Klandestinität geführt hat. Sie bat darum dieses zu veröffentlichen. In diesem Interview wird im Zusammenhang mit der baskischen Bevölkerung das Wort Volk verwendet. Wir bitten darum dieses Wort im baskischen Kontext zu verstehen, was nichts mit Rassismus, jeglicher „Blut und Boden“ Rhetorik zu tun hat. Die revolutionäre und nationale Befreiungsbewegung im Baskenland, sieht all jene als Bask*innen, die sich als solche fühlen, begreifen und sehen, fernab von ihrer Herkunft und Abstammung.

Interview über Klandestinität

1. Wie lange und in welchem Kontext warst du in der Klandestinität?

Ich musste auf Grund meiner Aktivität (Militanz) der bewaffneten Gruppe ETA in die Klandestinität gehen. Das erste Mal war ich in etwa 2,5 Jahre, das zweite Mal 9 Monate da.

2. War es eine spontane Entscheidung oder über eine längere Zeit durchdacht?

Die Entscheidung der ETA beizutreten war natürlich nicht spontan, aber ich würde auch nicht sagen, dass es eine langdurchdachte Entscheidung war. Ich würde sagen, dass es ein natürlicher Prozess war. Ich habe immer in dem Kampf der Befreiung unseres Volkes teilgenommen, seit ich ein Kind war, von zu Hause aus habe ich den Konflikt erlebt und schon sehr jung war ich mir dessen sehr bewusst und wollte immer am Kampf teilnehmen. Ich war ein Teil der Studentenbewegung, der Jugendlichen, Feministinnen, etc. Dann wurde mir angeboten ein Mitglied von ETA zu werden, dass war für mich ein weiterer Schritt der Entscheidung für den Kampf. Obwohl ich Angst und Unsicherheiten hatte, konnte ich all das Leid, was mich und meine Geliebten erwarten würde, auf mich nehmen, und ich fühlte dass ich diese Möglichkeit nicht verstreichen konnte oder wollte. Der Kampf brauchte Leute, die alles geben, wenn so viele Genoss*innen diesen Schritt machten, warum ich nicht? Ich wollte mutig sein und es versuchen. Und trotz aller benannten Hindernisse, war es für mich ein großer Stolz, Teil von ETA zu sein. Weiterlesen

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Italien, Trient – Straßensperre in Solidarität mit Silvia und Anna im Hungerstreik

Von uns übersetzt, Quelle Round Robin

Am Mittwoch, den 29. Mai, blockierte eine Gruppe von Gefährt*innen eine der Straßen im Zentrum von Trient mit einem Stahlseil und Stacheldraht, in Solidarität mit Silvia und Anna, die an diesem Tag den Hungerstreik begannen hatten. Es wurden Flyer herumgeworfen, Megaphon-Interventionen durchgeführt und Schriften an einer Vodafone Verkaufsstelle und in einer Filiale der Deutschen Bank verfasst. Ein Banner wurde vor Ort mit den folgenden Spruch: „Von Libyen in die Gefängnisse: Nein zur Gesellschaft der Lager“ hinterlassen.

Unten ist der Text auf den Flyern.


DER FORTSCHRITT DES LEIDENS

„Wie gewinnt ein Mann Macht über einen anderen Mann, Winston?“
Winston dachte darüber nach. „Ihn leiden zu lassen“, sagte er schließlich.
„Genau….Macht besteht gerade darin, Leiden und Demütigung zuzufügen…. Fortschritt in unserer Welt wird nur den Fortschritt des Leidens bedeuten.
George Orwell, 1984

In Italien foltert der Staat. Wir sprechen nicht nur über die Brutalität der Polizei in den verschiedenen Kasernen und Gefängnissen. Es steckt mehr dahinter.

In diesem Land gibt es ein besonderes Haftregime namens 41bis. Es richtet sich in erster Linie an diejenigen, die wegen Mafia-Verbrechen und „Terrorismus“ angeklagt sind. Die 41bis bestehen aus einer fast völligen Isolation, bei der man in einer Zelle 22 Stunden am Tag eingesperrt ist, man darf niemand sehen, oder höchstens eine bis zwei Personen während der Sendezeit. Zensur, Begrenzung der Post, Bücher und Zeitungen, man darf nicht die geliebten Menschen sehen, außer hinter einer Trennscheibe. Eine Art der „weißen“ und legalisierten Folter. Weiterlesen

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Belgien, Brüssel – Bulletin 2

Von uns übersetzt, Quelle: La Lime und actforfree

Ab 2008 begann der belgische Staat eine große Untersuchung, die auf verschiedene Kämpfe – aber immer ohne Zugeständnisse – gegen Abschiebeknäste, Grenzen, Knäste und die Welt der Autorität und Ausbeutung abzielte.

Schauen wir genauer hin: die anarchistische Bibliothek Acrata, anarchistische und antiautoritäre Publikationen (Hors Service, La Cavale und Tout doit partir), Dutzende von Flyern und Postern, mehr als hundert Aktionen, Angriffe und Sabotagen…. mit anderen Worten, der Kampf gegen die Macht in all seinen verschiedenen Ausdrucksformen.

Ursprünglich wegen „Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung“ angeklagt, wird sie schließlich unter dem Vorwurf der „kriminellen Vereinigung“ bezeichnet, dass dann Ende April in Brüssel 12 Gefährt*innen vor Gericht standen. Etwa zur gleichen Zeit, erhielten 6 Gefährt*innen eine Einberufung der Chambre du Conseil im Zusammenhang mit einer weiteren Untersuchung, die zu formalen Vorwürfen wegen „Anstiftung zu Verbrechen“ führen könnte. Weiterlesen

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Information über die Verhaftung einer anarchistischen Gefährtin, die wegen Sachschaden an dem Hauptsitz von VOX in Madrid beschuldigt wird.

von uns übersetzt, Quelle: contramadriz

Am vergangenen 25. April, wurde eine Gefährtin verhaftet und später unter Anklage, für die Schäden an dem Hauptsitz von VOX in Madrid, freigelassen. Die bourgeoise Presse berichtete über den Fall:https://www.20minutos.es/noticia/3624309/0/vox-denuncia-ataque-sede-nacional/ oder https://www.lasexta.com/noticias/nacional/vox-denuncia-un-ataque-a-martillazos-a-su-sede-nacional_201904255cc1cc450cf24a4ca634ae84.html

Jenseits der Schuld oder der Unschuld, wird es Zeit die Reihen zu schließen um unsere Gefährten und Gefährtinnen zu Schützen/Unterstützen. Der Kampf ist auf den Straßen, immer, und nicht im Parlament und anderen Staatsinstitutionen. Auf zur Direkten Aktion gegen ihre Parteien und die Verantwortlichen unserer Ausbeutung und unseres Elends, gegen Faschismus und gegen die Demokratie!

Solidarität und Kampf

Einige solidarische Anarchist*innen

P.S.: solidarische Grüße an die italienischen Gefährt*innen die sich im Hungerstreik befinden, sowie an die Gefährt*innen, die am 13. Mai in Madrid bei einer neuen repressiven Operation verhaftet wurden.

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Italien, der Gefährte Ghespe befindet sich im Hungerstreik

von uns übersetzt, Quelle: insuscettibile di ravvedimento

Wie wir erfahren haben, befindet sich der anarchistische Gefährte Salvatore Vespertino (auch bekannt als Ghespe) seit dem 30. Mai im Hungerstreik. Er solidarisiert sich mit den Gefährtinnen Anna Beniamino und Silvia Ruggeri, die im Knast von L´Aquila eingesperrt sind (Anna und Silvia fingen am 29. Mai einen Hungerstreik gegen die Bedingungen und gegen die Einschränkungen an, die ihnen in der Sektion AS2 im Knast erzwungen werden, in denen sie sich befinden).

Ghespe wurde am 3. August 2017 im Rahmen einer repressiven Operation, die gegen acht verhaftete Gefährt*innen stattgefunden hatte, sowie mit der Räumung der anarchistischen Besetztung „La Riottosa“ in Florenz, verhaftet. Mit zwei weiteren anarchistischen Gefangenen (Giovanni und Paska), wird er beschuldigt einen Sprengstoffanschlag gegen die faschistsiche Buchhandlung „Il Bargello“ am 1. Januar 2017 begangen zu haben, bei der ein Mitglied des Sprengkommandos der Polizei schwer verletzt wurde. Sie alle sind im Prozess der Operation „Panico“ beschuldigt, die auch die Taten für die sie beschuldigt werden umfasst (für die Verbrechen des „versuchten Mordes“, das Mittragen von Sprengstoff, „kriminelle Vereinigung“ und weitere), das Urteil wird am Juli des Jahres 2019 erwartet.

REVOLUTIONÄRE SOLIDARITÄT MIT ANNA, SILVIA UND GHESPE

Nochmals ihre Adressen um ihnen zu schreiben:

Salvatore Vespertino
Giovanni Ghezzi
Casa Circondariale Sollicciano
Via Girolamo Minervini, 2/R
50142 Firenze Italia/Italien

Pierloreto Fallanca
Casa Circondariale Mammagialla
Strada Santissimo Salvatore, 14/B
01100 Viterbo Italia/Italien

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Italien: Aktualisierungen über Juan und Manu, Anarchisten die am 22. Mai in Brescia verhaftet wurden

von uns übersetzt, Quelle: anarhija

Juan wurde in den Knast von Terni verlegt. Er wird beschuldigt Teil einer „Vereinigung mit terroristischen Zielen und/oder Umsturz der demokratischen Ordnung“ (§270bis des Strafgesetzes) zu sein, eine „terroristische Tat mit tödlichen und explosiven Vorrichtungen (§280bis) und „Massaker“ (§285) für den Angriff gegen das Parteibüro von „Lega Norte“ in Treviso im August von 2018, begangen zu haben, sowie den „Besitz gefälschter Dokumente“ (§497bis) und das „tragen von Waffen und Objekten für das Beleidigen“ (aufgrund eines kleinen Messers, §4 des Gesetztes 110/75)

Manu wurde in den Knast von Monza verlegt [dieser Gefährte wird beschuldigt Juan bei der Flucht geholfen zu haben (§378)].

Um ihnen zu schreiben:

Juan Antonio Sorroche Fernandez
Casa Circondariale di Terni
strada delle Campore 32
05100 Terni
Italia/Italien

Manuel Oxoli
Casa Circondariale di Monza
via S. Quirico 6
20900 Monza (Mb)
Italia/Italien

Freiheit für alle!

 

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Italien: Erklärung zum Beginn von Giovanni´s Hungerstreik

Übersetzt von uns, Quelle anarhija

Seit dem Morgen des 30. Mai 2019 befinde ich mich in Solidarität mit meinen Gefährtinnen Silvia und Anna im Hungerstreik, die seit Monaten in einer besonders restriktiven Haftbedingungen leben, d.h. in einer Art aufgeweichtem 41bis, im AS2-Abschnitt des Gefängnisses L’Aquila.

– Für die Verlegung der Gefährtinnen und die Schließung des A.S. 2 Abschnitts von L’Aquila!
– Gegen 41 bis!

Für eine Welt ohne Knästen!
Für die Freiheit!

Giovanni Ghezzi
aus dem Gefängnis Florenz-Sollicciano.

 

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Italien: Kommuniqué und Leonardos Hungerstreik in Solidarität mit Anna und Silvia

Übersetzt von uns, Quelle: anarhija

Aus dem Gefängnis von Lucca.

Neben Anna und Silvia, die aus dem AS2-Teil des Gefängnisses in L’Aquila kommen, unternehmen wir einen Hungerstreik, um gegen die Haftbedingungen zu protestieren. Meine Solidarität, jenseits einer herzlichen Umarmung, die über zwei gut verbarrikadierte Fenster geht, spreche ich mit drei Tagen Hungerstreik ab dem 2. Juni aus.

Wenn der Körper pulsiert, wenn man die eigene Freiheit ins Spiel setzt, wenn man den Gefängnis mit erhobenen Haupt gegenüber steht, wenn die eigenen Augen Blut spritzen, wenn sich drinnen und draußen fühlt, ein immenser leidenschaftlicher Wunsch nach Freiheit…..

Wenn das Herz noch nicht erloschen ist.

Für Anarchie.

Leonardo L.
Gefängnis von Lucca
Mai 2019

 

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„Die Ketzer*innen“, von Gabriel Pombo Da Silva

Von uns übersetzt, Quelle: Indymedia Barcelona

Ketzer*innen, wie Bandit*innen, wissen, dass der Verlust ihrer Freiheit sie unwiderruflich zum Schafott führt. Ein Gericht erwartet sie, das ihnen Rechenschaft über ihre Taten ablegen wird. Ein Gericht, das seine Macht und seine absolute Vernunft im Namen Gottes, des Volkes, des Königreichs oder des Staates ausüben wird. Macht und Vernunft sind Akte des autoritären Synkretismus, die im Laufe der Jahrhunderte von den Besitzern der Erde, der Meere und des Himmels entwickelt wurden. So ist sich auch der/die individualistische Anarchist*in – Ketzer*in und Bandit*in zugleich – bewusst, dass ihre Überzeugung, der Besitz ihre eigene Macht und ihre eigenen Gründe sie zum Scheiterhaufen führen. Wie eine Motte sucht er/sie das Licht und erliegt. Wie Ikarus als er nach oben flog und die Sonne die Flügel zum Schmelzen brachte. Wie Prometheus stiehlt er das Feuer der Götter für sich selbst und erleidet die ewige Strafe. Weiterlesen

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Solidaritätsbotschaft des anarchistischen Ex-Gefangenen Abtin Parsa aus dem Gefängnis in Griechenland an den anarchistischen Gefangenen Soheil Arabi im Gefängnis im Iran

Übersetzung von uns, Quelle: Asranarshism

Revolutionäre Grüße an dich, wenn ich den Klang, den Kampf und den Widerstand von dir im Gefängnis höre, dann vergesse ich wirklich meine Schmerzen wirklich und mich verletzten unsere Schmerzen.

Ich leide für all die Sekunden, in denen wir mit einem Seil an den Füßen aufgehängt wurden; ich leide für jeden einzelnen Schlag auf unsere Gesichter, Tritten und Schlagstöcke, die wir unter Verhör und Folter erlitten haben; ich leide den Schmerz wie die Größe der leeren Flasche, die auf dem Verhörschreibtisch lag; ich habe Schmerzen auf dem Bett unserer Zelle, die extrem schmutzig sind; ich habe Schmerzen im Badezimmer unseres Gefängnisses, das kein heißes Wasser hat; ich habe Schmerzen von all den Schlägen, die als Antwort auf unsere Versetzungsanfrage an das Krankenhaus kamen.

Ja Gefährte, obwohl wir viel von diesem Schmerz in den Knästen von Iran erfahren mussten, ist unsere Situtation in Griechenland nicht viel besser als im Iran, alle Staaten sind korrupt, aber zumindest haben wir uns gegenseitig.

Soheil, ich sehe diesen Tag, andem jeder frei sein wird, sei stark, unsere Bewegung braucht Menschen wie dich um zu gewinnen.

Anarchistischer Ex-Gefangener Abtin Parsa aus dem Gefängnis von Patras, Griechenland an den anarchistischen Gefangenen Soheil Arabi im Gefängnis von Teheran Bozorg, Iran

 

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